Traumpfad 4: Monrealer Ritterschlag

Der Mond geht auf über dem Monrealer Traumpfad
Der Mond geht auf über dem Monrealer Traumpfad

Hi zusammen – es ist wieder Traumpfad-Zeit!

Heute nehme ich euch mit auf den mittlerweile schon vierten Traumpfad – den Traumpfad „Monrealer Ritterschlag“ in der Eifel. Es ist einer meiner Lieblinge.
Er befindet sich bei Monreal und ist wirklich beeindruckend, da mit vielen Highlights gespickt. Er ist 13,7 Kilometer und rund 5 Stunden lang und umfasst zirka 508 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Ach so: Und er war Deutschlands schönster Wander weg 2011 – vollkommen zu Recht.

Blick ins Wandertagebuch:

„Das Erste, was wir, Cousine Jess, Spitzname Prinzessin, und ich, heute Morgen verstehen, ist die Tatsache, dass es gar nicht so einfach ist, in Monreal, dem angeblich schönsten Dorf in Rheinland-Pfalz, einen Parkplatz zu finden. Wer den Traumpfad ,Monrealer Ritterschlag‘ nachlaufen möchte, der stellt sein Pferd wohl am besten am Bahnhof ab. Von dort aus ist der Zuweg zum Startpunkt auch bestens ausgeschildert.

Auf dem Weg durch das kleine Örtchen krieg‘ ich den Mund kaum zu: Ist das hübsch hier!!!
Ich will auch son kleines schiefes Fachwerkhäuschen haben *neidischguck*… einfach nur traumhaft.
Bevor wir richtig loslegen, gönnen wir uns erst mal eine Pause (man darf ja nicht mit alten Traditionen brechen). Und zwar im Café Plüsch. Es ist mitnichten plüschig, dafür aber megasüß, verwinkelt, mit vielen Balken und toller Deko ausgestattet – und ein Café, in dem ich stundenlang sitzen könnte, um zu schreiben.
Ich freue mich jetzt schon auf die Abschlusseinkehr heute Abend… 😂

Knackig geht’s los

Gestärkt geht’s los – durch Matsch an einem kleinen Bächlein entlang. Die Idylle trügt: Am Ende des Ortes geht es knackig bergauf, über schmale Wege, die ein wenig rutschig sind. Es hat heute Nacht geregnet, viel Wind gab es auch und ’ne Sturmwarnung für heute.
Trotzdem laufen wir munter weiter, denn im Moment scheint tatsächlich die Sonne.

Bis zum Schnürenhof geht’s uns gut, wir schließen Freundschaft mit einer netten Katze und dann – ja dann geht’s langsam, aber sicher wieder stetig bergauf.
Das zieht sich.
Die Wälder erinnern an den Film Sleepy Hollow, sodass ich froh bin, am helllichten Tag unterwegs zu sein.
Als wir endlich einigermaßen oben angekommen sind, setzt Wind ein.
Wir befinden uns auf dem Weg zum Thürelzblick – aber der liegt noch rund 3,5 km weit weg. Cousinchen hat Hunger.
Sie will aber nicht beim Laufen essen, sondern wünscht sich eine Bank.
Was sie stattdessen kriegt? Klar – nen weiteren Anstieg 😂

Knackig geht’s los

Ich kann sehen (ich kenn‘ das noch von mir selbst aus der Zeit, in der ich mit dem Wandern angefangen bin), wie Jess langsam grantig wird.
Dann wieder knötterig. Möchte das alles aber am liebsten verdrängen. Und es dann wiederum lieber laut rauskotzen.
„Jess – oooohhhmmm!“, rufe ich ihr grinsend von oben zu.
Sie bleibt stehen, bringt sich in Yoga-Positur und brüllt trotzig: „Wuuuusaaaaa!!! Scheiß Oooohmmm! Das klappt nicht. Damit wird man schlechte Gefühle los – und will ich ja gar nicht!“.
„Und? Klappt Wuuusssaaaa denn besser?“, schreie ich runter.
„Nö…“, antwortet sie trocken.
Ich muss laut auflachen.

Verzweifelte Nachrichten an daheim

Als sie näher kommt, höre ich, jetzt schon vor Lachen fast kreischend, zu, wie sie ihrer Mum eine Sprachnachricht vom „traumhaften Traumpfad“ schickt:
„… irgendwo auf nem SCHEISS Hügel, Berg, der nicht aufhören will, hochzugehen – und ich habe HUNGER!!! DA bin ich gerade, Mama, mitten in der PAMPA!!!…
Ich habe keine Ahnung, wann dich mein letztes Lebenszeichen erreicht – aber ICH HABE HUNGER!!!“
Ich kann nicht mehr.
Mein Bauch tut jetzt wirklich weh vom Lachen.

Auch auf den nächsten vermutlich rund 2 Kilometern ist keine Bank in Sicht. Dafür – weiter oben über uns (😉) – aber ein Steinkreuz.
„Da lauf‘ aber nicht mehr hoch…“, setzt Prinzessin an.
„Und wenn da die Bank ist?“, entgegne ich.
Natürlich hab ich Recht.
Und natürlich läuft sie auch hoch.
Glückselig genießen wir Knoppers, Tuc, Milchbrötchen – und plötzlich kommt eine Nachricht von Prinzessins Mum, die in uns schlimme Fantasien auslöst:
„Habt ihr eigentlich die Notfallnummer vom Pizzabringdienst?!“
Geile Vorstellung.

Ponchos sind nützlich, wenn auch nicht kleidsam…

Wir bewegen uns langsam auf den höchsten Punkt dieser Traumpfad-Tour zu – über den Berg zum Thürelzblick.
Und in diesem Moment kommt er endlich – der Regen.
Und mit ihm die Ponchozeit.
Mein Wäfo-Poncho ist in einem dezenten Bundeswehrgrün gehalten.
Prinzessin dagegen verwandelt sich gerade in ein pinkes Bonbon.
Niedlich. 😂😊

So stiefeln wir weiter bis zu einer Bank, die mitten auf einem Serpentinenweg steht, dem wir nach unten folgen (und mit dem man sich besser nicht bei Regen anlegt). Passend zur Lust auf eine Pause (dieses Bergab über rutschige Steine zerrt schon ein wenig an den Nerven und Füßen) kommt tatsächlich wieder die Sonne raus.
Und passend zum Abstieg (wir folgen den Schildern zur Elzlaybrücke, finden diese aber niemals) folgt anschließend auch wieder direkt ein knackiger Aufstieg.
Puh. Jetzt wird’s anstrengend….

Prinzessin Jess beschließt: „Wenn ich noch einmal hochlaufen muss, bleibe ich stattdessen hier sitzen. Mir egal, wie du das machst – aber du holst mich dann mit dem Auto ab.“
Natürlich geht es noch zwei – oder dreimal hübsch berghoch. Und bergab. Und natürlich hält sie trotzdem durch. 😉

Die Löwenburg kommt in Sicht!

Belohnt werden wir durch Sonnenstrahlen an der Löwenburg und beim Ausblick auf Monreal sowie letztlich mit einem fantastischen Kartoffelsalat und einem ebenso leckeren Flammkuchen im Café Plüsch.

Es war ein toller Tag mit einer tollen Traumpfad-Wanderung und einem Zweier-Team, das mächtig Spaß gemacht hat. Auch wenn es manches Mal ein ganz kleines bisschen weh tat. Ich bin sicher, Prinzessin hat sich bereits wieder erholt… 😉

Bleibt gesund!

Eure
Kirsche / Iris
😊👣👣🍒

Weitere Beiträge aus der chaoskirsche-Traumpfade-Reihe:

Traumpfad 1: Der Pyrmonter Felsensteig

Traumpfad 2: Bleidenberger Ausblicke

Traumpfad 3: Nette-Schieferpfad Eifel

Traumpfad 5: Koberner Burgpfad

Nützliche Links:

Die Linkemühle in Niederfell
Meistens mein „Quartier auf Zeit“ an der Mosel.

Projektbüro Traumpfade Rhein-Mosel-Eifel-Touristik
Infos zu allen 26 (27) Traumpfaden und den sechs Traumpfädchen, die es bisher gibt. Mit Tourenplaner, Highlights der einzelnen Rundwanderwege, Anfahrtsbeschreibungen, App und mehr

Mein Begleiter: Der Attila von Hyberg
Mit diesem Rucksack bin ich immer unterwegs – hier findet ihr meinen ausführlichen Testbericht dazu.

Löwen- und Philippsburg
Mehr Infos zu diesen beeindruckenden Ruinen.

Schöne Bücher zu den Traumpfaden und Traumpfädchen:

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Und hier – wie immer – noch ein paar Impressionen…

Traumpfad: Monrealer Ritterschlag

 

 

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