Städtetrip: 24 Stunden in Lüneburg

Tach auch!

Wie ich Lüneburg beschreiben würde? Easy: Die schiefe Stadt mit schrägen Typen.

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Lüneburg vom Wasserturm aus gesehen.

Warum? Lest selbst!

Hier ein paar Vorschläge für eure 24 Stunden in Lüneburg – einer, wie ich finde, vollkommen unterschätzten Stadt, die tatsächlich zu den schönsten Städten gehört, die ich in letzter Zeit so besucht habe.

Und sie gefällt mir übrigens nicht nur wegen ihrer hübschen Weihnachtsmärkte. 😉

1. Erst mal orientieren: Stadtführungen

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Das Rathaus

Lüneburg hat viele tolle Stadtführungen im Angebot. Mein Tipp: Plätze für besondere Führungen besser auf dieser Seite vorher online buchen, sonst könntet ihr Pech haben. Zur Auswahl stehen zum Beispiel abendliche Kostümführungen mit dem Nachtwächter und seiner Frau, ihr könnt auf den Spuren der Hanse und des Salzes wandeln, den roten Narren begleiten oder euch die Gruselführung zu Gemüte führen (wenn ihr denn mutig genug seid). Natürlich gibt es auch „ganz normale Rundgänge“ für den ersten Überblick – auf einem solchen begleitete uns zum Beispiel Maria Kasperek (Foto) mit einem kessen roten Mützchen auf dem Kopf und viel Sinn für Humor. Sie liebt ihre Stadt wirklich und ist absolut zu empfehlen. Für alle Serienfans: Natürlich werden auch die „Roten Rosen“ im Rahmen einzelner Führungen thematisiert.

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Nur zu empfehlen: Stadtführerin Maria Kasperek.

2. Der Wasserturm

Dem Überblick unten folgt der Überblick von oben: Rauf geht’s auf den Wasserturm, eines der Lüneburger Wahrzeichen unweit der Ilmenau (hier kann man im Sommer übrigens in einem der zahlreichen Cafés und Restaurants am Wasser fasst schon mediterranes Ambiente genießen!). Der Turm entstand zwischen 1905 und 1907 und dient heute als Aussichtsplattform sowie Veranstaltungsort. Rauf geht’s am besten mit dem Aufzug, runter zu Fuß. Sehr beeindruckend – und wenn nicht gerade der Adventskranz oben auf dem Turm installiert ist, könnt ihr auch eine freie Sicht über die ganze Hansestadt genießen. Toll!

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Wasserturm

3. Das schwangere Haus suchen

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Bauch an Bauch mit dem schwangeren Haus.

Ganz in der Nähe des imposanten Rathauses, vor dem ihr in der Weihnachtszeit den urgemütlichen Weihnachtsmarkt findet, steht das schwangere Haus. Dessen Wände wurden aus zu lange gebranntem Gips hergestellt, der wiederum zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und sich dadurch so massiv ausdehnt. So sind hübsche „Bauch an Bauch“-Fotos möglich 😉

4. Erst Kirchenbummel, dann shoppen gehen und anschließend nen Kneipenbummel!

Lüneburg hat wunderschöne Kirchen – und tolle Geschäfte. Die vielen kleinen Boutiquen und Juwelen, der Karstadt-Komplex: In dieser Stadt ist „Leerstand“ ein echtes Fremdwort. Es gibt alles – und noch dazu für jeden Geschmack. Einfach bummeln, die hübschen Bauten genießen (die alles andere als „in Reih und Glied“ stehen) und das ein oder andere Schnäppchen machen. Mitbringseltipp für Lakritzfans aus der Touristen-Info neben dem Rathaus: Gönnt euch die „Salzsauköttel“! Wer demnächst mal nach Lüneburg fährt, kann mir gern welche mitbringen 😉

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Liebesschlösser

Nach dem Essen (am ersten Dezemberwochenende bietet sich dafür übrigens auch der historische Weihnachtsmarkt an der St. Michaeliskirche an: Advent wie vor 400 Jahren mit deftiger Gemüsesuppe oder Renaissance-Bratwurst) geht’s dann in eine der vielen niedlichen Kneipen. Der Irish Pub neben dem Scala-Programmkino bietet häufig Live-Musik und mittwochs Karaoke. Einen Absacker der dritten Art solltet ihr euch im „Jekyll and Hyde“ genehmigen. Diese alternative Pinte ist absolut anders als alle Kneipen, in denen ich bisher war – und sie zeichnet sich durch ein offenes Feuer und „das etwas andere Publikum“ mit manchmal ziemlich schrägen Typen aus.

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Offene Feuerstelle im „Jekyll & Hyde“

Unterhaltungen wie diese sind denkbar:

Typ: „Hi, alles klar?“
2 Mädels: „Klar und bei dir?“
Typ: „Ich saß gerade da,wo ihr sitzt.“
Mädels: „Oh. Sollen wir uns einen anderen Platz suchen?“
Typ: „Ich hab den Kopf kaputt.“
Mädels: verblüfftes Schweigen.
Typ: „Ich darf kein Bier trinken. Und nicht rauchen. Habt ihr ne Zigarette?“
Mädels: reichen ihm eine. In seiner Tasche blitzt ne Schachtel Zigaretten auf.
Typ: „Bauch ist auch kaputt. Und mein…na ihr wisst schon…ist geschrumpft.“
Mädels: schweigen weiter.
Ein zweiter Typ fährt auf einem Fahrrad durch die Kneipe nach draußen….

Wie gesagt: Durchaus möglich hier, so eine Situation.  😉

5. Und wo pennt man gut?
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Willkommensgruß im Salzquartier
Keine Frage: Das noch sehr junge „Salzquartier“ ist eine echt angenehme
Bleibe für den schmalen Geldbeutel. Hier riecht es sogar noch fast nach „Neubau“, die Küche ist der Traum eines jeden Backpackers und die Lage ist kaum zu schlagen (nah am Bahnhof und an der Innenstadt – und auf dem Heimweg kommt man noch direkt am „Jekyll and Hyde“ vorbei. Betten sind top, Sauberkeit ebenfalls. Selbiges gilt für die Freundlichkeit des Personals. Absolut empfehlenswert!So – das waren meine fünf Tipps für eine Städtetour nach Lüneburg. Der 75.000 Einwohner-Ort hat noch viel mehr zu bieten. Entdeckt ihn selbst – und teilt mir gerne eure Tipps mit!
Was muss ich mir unbedingt noch dort anschauen oder was muss ich dort gemacht haben?

Hier könnt ihr übrigens 99 Tipps für einen Tag in Lüneburg als Buch kaufen – das Ding hatte ich ne ganze Weile in der Touri-Info in der Hand und hätte mich gefreut, wenn ich es schon vor dem Trip hätte lesen können 😉

LG und auf bald!
chaoskirsche

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